Beispiele geförderter Projekte



Förderung der Qualität in der Arbeit für betagte Menschen mit psychogeriatrischen Problemen

Immer mehr betagte Menschen, die durch die Spitex begleitet werden oder in Alters- und Pflegeheimen wohnen, weisen einen hohen Anteil psychogeriatrischer Probleme auf. Die bestehenden Institutionen stehen vor grossen Herausforderungen, was Ausbildung, Qualitätssicherung und Konzeptarbeit anbelangt. Um eine professionelle, menschlich respektvolle Begleitung und Pflege zu gewährleisten, werden die Mitarbeitenden durch die Aerzte und diplomiertes Pflegefachpersonal im Projekt «Alterspsychiatrie vor Ort» in verschiedenen Regionen fachlich und kompetent unterstützt und beraten.

Die Ebnet-Stiftung finanzierte über mehrere Jahre einen Pilotbetrieb an das Projekt, welches durch Dr. med. Daniel Strub, Klinik St. Pirminisberg in Pfäfers geleitet wird. Nach einem positiven Evaluationsergebnis übernimmt nun der Kanton die Kosten für die Weiterführung.

Bündnis gegen Depression Ostschweiz

Ziel dieses Projektes ist es, das Wissen von Fachpersonen verschiedenster Richtungen interdisziplinär zu vernetzen und eine Plattform zu bilden zum besseren Verständnis der verschiedenartigen Erscheinungsformen der Depression. Ebenso zentral ist der Ansatz, in der Öffentlichkeit die Kenntnis um die Hintergründe und Erscheinungsformen der Depression zu verbessern. In St.Gallen soll zudem dem Aspekt der Suizidprävention besondere Beachtung geschenkt werden. Verschiedene Kantone haben schon unter Koordination und Mithilfe des Bundesamtes für Gesundheit derartige Grossprojekte umgesetzt. In der Ostschweiz hat der Kanton AR ebenfalls schon erste Schritte gemacht. Im Kanton St.Gallen wurde die Finanzierung – angesichts der angespannten Finanzlage des Kantons – durch den Grossen Rat abgelehnt. Die Ebnet-Stiftung hat nun mit dem Kanton eine Fördervereinbarung abgeschlossen, in der sie sich verpflichtet, die fehlenden Mittel – verteilt über drei Jahre - zur Verfügung zu stellen und dies mit der Auflage, dass angestrebt wird, das Projekt über die Kantonsgrenzen hinaus in einem ostschweizerischen Verbund zu realisieren und dass dem Aspekt der Nachhaltigkeit besondere Beachtung geschenkt wird.

Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften Winterthur (zhaw): Qualitäts- und Prozessoptimierung Klinik Balgrist

In den Pflegewissenschaften wird seit einigen Jahren im Rahmen von qualitätssichernden Massnahmen mit dem Konzept der „Clinical pathways“ gearbeitet. Es handelt sich um Prozesse, welche – bezogen auf bestimmte Patientengruppen mit gleichartigen Diagnosen (DRG = Diagnostic relates Groups) – Verfahrensabläufe vorgeben, um die Behandlungsqualität auf einem hohen Niveau zu sichern.  In der Schweiz wird in Spitälern bereits mit diesem Instrument gearbeitet.   Neu am Ansatz der zhaw ist der Umstand, dass nicht mehr ausschliesslich ablauforganisatorisch gearbeitet wird, sondern dass sog. pflegegeleitete Patientenpfade entwickelt wurden. Im Zentrum stehen nicht nur Effizienzfragen und Qualitätssicherungsmassnahmen im medizinischen Bereich, sondern die Patientinnen und Patienten und ihr Beziehungsfeld. So hat die zhaw als Vorleistung bereits derartige Patientenpfade entwickelt. Zentral dabei ist, dass bei jedem Behandlungsschritt (Phase vor Eintritt bis nach dem Austritt) die Sichtweise und Problemfelder der Patientinnen/Patienten mit ihrem Bezugsfeld (meist Angehörige) umfassend einbezogen werden. Dieser Ansatz entspricht in einem hohen Masse unserem Stiftungszweck der respektvollen Pflege.  Die Ebnet-Stiftung finanziert die Umsetzungsphase und den Evaluationsprozess. In der dafür abgeschlossenen Fördervereinbarung verpflichtet sich die zhaw, die Ergebnisse auch anderen Pflegeinstitutionen zugänglich zu machen und die Erkenntnisse breit zu publizieren.

Verein „Chupferhammer“, Ebnat-Kappel: Sanierung/Erweiterung Wohngemeinschaft

Der Verein „Chupferhammer“ betreibt  in verschiedenen Kleinprojekten richtungsweisende Einrichtungen für Beschäftigung und Leben von Menschen mit psychischen oder geistigen Behinderungen. Engagierte Leitungs- und Betreuungspersonen führen Kleinbetriebe, die als autonome Lebensgemeinschaften gestaltet sind. Besuche vor Ort haben gezeigt, dass dieses Konzept die bestmögliche Annäherung an das sog. „Normalisierungsprinzip“ erlaubt, also eine weitgehende Integration von Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft. Die Ebnet-Stiftung beteiligt sich am Um- und Ausbau eines Bauernbetriebes mit einer derartigen Wohngemeinschaft in Schönengrund.

Institut für Pflegewissenschaften der Universität Basel – Pro Self Plus

Im Rahmen dieses Forschungsprogramms wird eine Pilotstudie zur Anwendung eines Edukationsprogramms für onkologische Patienten und deren pflegende Angehörige durchgeführt. Das Programm wurde an der Universität von Kalifornien San Francisco entwickelt. Die Pilotstudie soll Machbarkeit und Effektivität eines erweiterten und auf europäische Verhältnisse angepassten Programms aufzeigen. Zu diesem Zweck wird eine randomisiert-kontrollierte Studie mit ausreichender Teststärke durchgeführt (mit rund 60 ambulanten Patienten mit Brust- Lungen- oder Prostatakrebs und Schmerzen durch Knochenmetastasen). Die Ethikkommission hat ihre Einwilligung dazu erteilt. Die Ebnet-Stiftung unterstützt dieses Projekt.  
 
Altersheim Augiessen, Widnau

In diesem Altersheim wird – unter finanzieller Beteiligung der Gemeinde Widnau – ein Entlastungsprogramm für Angehörige demenzkranker betagter Personen angeboten. Das Heim übernimmt während ein bis zwei Tagen pro Woche die Pflege dieser Menschen um den Angehörigen die Möglichkeit zu vermitteln, ihre häufig belastende und schwierige Betreuungsfunktion kurzzeitig abgeben zu können,  um so frische Kräfte zu sammeln. Die Ebnet Stiftung finanzierte über eine Fördervereinbarung das Projekt während 3 Jahren. Die Evaluation verlief positiv und die Anschlussfinanzierung ist geregelt.